Sexuelle Belästigung: Vorwürfe gegen Luc Besson


Der französische Produzent und Regisseur Luc Besson (Valerian, Das fünfte Element) soll Frauen sexuell belästigt und sich ihnen gegenüber ungebührend verhalten haben. Das haben monatelange Recherchen der französischen Internetplattform Mediapart ergeben, deren Ergebnisse dort jetzt veröffentlicht wurden.

Bereits vor sieben Wochen hatte die französische Schauspielerin Sand Van Roy Besson beschuldigt, sie während eines Treffens in einem Pariser Hotel am 10. Mai unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Im Rahmen einer polizeilichen Untersuchung waren jedoch keine Spuren eines Sedativums in Van Roys Blut gefunden worden und Besson bezeichnete deren Aussage nach Auskunft seines Anwalts Thierry Marembert als "Anschuldigungen aus dem Reich der Fantasie".

Wie die Internetplattform Mediapart vermutet, habe Van Roys Entscheidung, Besson zu verklagen, andere Frauen dazu ermutigt, an die Öffentlichkeit zu gehen. So berichtet Mediapart von einer 49-Jährigen, die ihren Namen nicht nennen wollte und von 2000 bis 2005 als Casting Director für Besson gearbeitet hatte. Sie habe sich nach dem Bekanntwerden von Van Roys Anschuldigungen an den Staatsanwalt gewandt und Vorwürfe von sexueller Belästigung gegen Besson erhoben.

Auch innerhalb seines Unternehmens Europa Corp. soll es derartige Vorfälle gegeben haben. So berichtet Mediapart von einer ehemaligen Angestellten, die immer wieder sexuellen Avancen Bessons ausgesetzt gewesen sei. "Er hat es sich angehört, wenn man 'nein' gesagt hat, aber man konnte nie entspannen, weil man befürchtet, er würde es wieder tun. Und jedes Mal ging er ein Stück weiter", zitiert Mediapart die ehemalige Europa-Corp.-Mitarbeiterin.

Das Unternehmen selbst erklärte, es werde zu den Vorwürfen keinen Kommentar abgeben, stehe aber voll und ganz hinter Besson.

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