Kinoumsatz 2017: Dank Wachstumsmärkte stark


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Erfolgreichste Kinofilm des Jahres 2017: "Star Wars: Die letzten Jedi" (Walt Disney)

An Streaming und Second Screens kommt auch die Motion Picture Association of America (MPAA) nicht mehr vorbei. Zumindest findet das ihr neuer CEO, Charles Rivkin, der vor seinem Einstieg in die Politik unter Präsident Obama selbst Jahre lang Manager diverser Unterhaltungsfirmen war, die mit dem Kino ebenso in Berührung kamen wie mit Home-Entertainment und Fernsehen. Das mag der entscheidende Grund sein, warum der jährliche Report der MPAA, der stets kurz vor Beginn der größten Kinomesse der USA, der CinemaCon in Las Vegas, diesmal explizit auch Zahlen aus dem Videomarkt auflistet. Wohl aber auch, um die Kinozahlen aus dem amerikanischen Markt etwas beeindruckender wirken zu lassen. Und um vor der aktuellen Regierung Trump ein bisschen die Muskeln spielen zu lassen und auf die große wirtschaftliche Bedeutung der Filmindustrie zu verweisen.

Zunächst die Kinozahlen: 2017 erlösten Filme im Kino weltweit erstmals mehr als 40 Mrd. Dollar, 40,6 Mrd. Dollar genau gesagt, was ein Plus gegenüber 2016 von fünf Prozent bedeutet. Dabei wurden in Nordamerika 11,1 Mrd. Dollar umgesetzt, ein Minus von zwei Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2016, das um 300 Mio. Dollar besser war, und auf einer Höhe mit 2015, dem zweitbesten Jahr in der amerikanischen Kinogeschichte. Außerhalb der USA wurde mit 29,5 Mrd. Dollar Einspiel vor allem aufgrund der Wachstumsmärkte in Asien das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt, ein Plus von sieben Prozent.

Das Home-Entertainment lag 2017 mit seinen digital sowie physisch ausgewerteten Inhalten weltweit um elf Prozent besser als das Kino: 47,8 Mrd. Dollar konnten erwirtschaftet werden, mehr als sieben Mrd. Dollar mehr als im Kino. Das bedeutet ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Treibende Kraft dieses beeindruckenden Wachstums ist der digitale Markt: International betrug das Plus 41 Prozent. Seit 2013 beträgt das digitale Wachstum 161 Prozent, während der physische Markt in den letzten fünf Jahren ein Minus von 47 Prozent hinnehmen musste. Charles Rivkin merkte an, dass im vergangenen Jahr 167,5 Mrd. digitale Transaktionen verzeichnet wurden: "Amerikaner verbringen mittlerweile 49 Prozent ihrer Zeit für Medien auf digitalen Plattformen." Noch einmal beeindruckender sind die Zahlen, die Rivkin zum Kabelmarkt präsentierte: Mit einem weltweiten Umsatz von 108 Mrd. Dollar ist er größer, als Kino und Home-Entertainment zusammen.

Gemeinsam mit John Fithian, dem Präsidenten des amerikanischen Kinoverbands National Association of Theatre Owners, präsentierte Rivkin noch mehr Einzelheiten zum Kinomarkt. Trotz schrumpfender Besucherzahlen in den USA - 2017 wurden 1,24 Mrd. Tickets verkauft, was ein Minus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet - konstatierte Fithian: "Das Boxoffice ist stabil, Kino ist weiterhin der Motor, der den Zug in Bewegung hält."

73 Prozent aller Kinobesuche finden außerhalb der nordamerikanischen Marktes statt - im vergangenen Jahr waren es nur 71 Prozent. China war mit 7,9 Mrd. Dollar Einspiel der größte Markt, gefolgt von Japan mit 2,0 Mrd. Dollar Boxoffice. Danach folgen Großbritannien, Indien, Südkorea und Frankreich. Deutschland gehört als weltweit siebtstärkster Markt ebenfalls zum Milliarden-Dollar-Club, in den im vergangenen Jahr nunmehr auch Russland aufgenommen wurde. Aber der für die Industrie entscheidende Kinomarkt ist Asien. Während das Umsatzplus 2017 in Europa vier Prozent betrug, mit Russland mit 22 Prozent und Deutschland mit sieben Prozent als treibende Wachstumskräfte, ging es in Asien mit 16 Mrd. Dollar Umsatz um sechs Prozent bergauf. Das größte Wachstumsterritorium ist mit 22 Prozent Plus indes Lateinamerika, wo 3,4 Mrd. Dollar eingespielt werden konnten. Der wichtigste Markt dort ist Brasilien, wo ein Plus von 15 Prozent verzeichnet wurde.

Weltweit ist die Anzahl von Leinwänden um acht Prozent auf mehr als 170.000 gewachsen. 98 Prozent dieser Leinwände sind mittlerweile digital. In den USA beträgt die Leinwandanzahl 43.216, im Rest der Welt sind es mehr als 126.000. Demographisch machen in den USA Männer und Frauen gleichgroße Besuchergruppen aus. Kaukasier waren für 55 Prozent der Ticketverkäufe verantwortlich. Die hispanische Gemeinde geht indes am häufigsten ins Kino. Obwohl sie nur 18 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung ausmacht, war sie für 23 Prozent der verkauften Eintrittskarten verantwortlich. Von den 263 Mio. Nordamerikanern, die im Jahr 2017 ein Kinoticket lösten, sind zwölf Prozent regelmäßige Kinogänger, die wenigstens einmal im Monat ein Filmtheater besuchen. Jeder vierte Nordamerikaner geht überhaupt nicht ins Kino. Die entscheidende Altersgruppe für Kinobesuche sind die 25- bis 39-Jährigen, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen.

2017 wurden der MPAA 562 Filme zur Altersfreigabe vorgelegt, sieben Prozent weniger als 2016 und 37 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. Insgesamt kamen 2017 jedoch 777 Filme ins Kino, acht Prozent mehr als im Vorjahr und 22 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Die 25 erfolgreichsten Filme des Jahres 2017 stammen allesamt von Filmstudios. Disney stellte die beiden Toptitel, hatte vier der sieben erfolgreichsten Filme und landete mit acht Titeln in der Top 25.Warner Bros. folgt mit sechs Filmen, Universal und Fox mit vier Filmen.


Quelle: Blickpunkt:Film

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